St. Leonhard 2018-05-27T22:02:31+00:00

Wallfahrtskirche St. Leonhard

Im Jahr 1421 verschwand das Bild des Hl. St.Leonhard aus der Tamsweger Pfarrkirche. Es wurde in dem Baum auf dem Bühel zu Tamsweg wiedergefunden und zurückgebracht. Als sich das merkwürdige Verschwinden wiederholte, verschloss man das Bildnis sicher in einer Truhe. Drei Priester und drei Laien waren Zeugen. Obwohl die Truhe unversehrt blieb, fand man das Heiligenbild einige Tage später zum dritten Mal am Schwarzenberg wieder.

Dieses Wunder war wohl als ein Zeichen Gottes anzusehen. Die daraufhin einsetzende Wallfahrt sowie umfangreiche Spenden ermöglichten den Bau einer Kirche. Mit der Erbauung wurde der bekannte Salzburger Baumeister Peter Harperger beauftragt. Bischof Johann Ebser von Chiemsee weihte am 20. September 1433 die neue Kirche. Neben Mariazell und St. Wolfgang zählte die besonders schön gelegene Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg im Spätmittelalter zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten auf heute österreichischem Staatsgebiet. Als im Juli 1478 erste Türkenvorstöße den Lungau erreichten wurde die Leonhardskirche mit einer Befestigungsanlage versehen.

Zum ehemaligen Leonhardsaltar (1445) gehören die Tafeln mit der Leonhardslegende und den Kirchenvätern, die Pfeiler der hölzernen Orgelempore und die aufgestellte Statue des Heiligen Leonhard. Auch große Teile des ehemaligen Hochaltars sind noch vorhanden: Die reliefierten Tafelpaare (Innenseiten) und die zugehörigen gemalten Tafeln, deren Außenseiten mit Szenen aus dem Marienleben geschmückt sind. Im Aufsatz des Hochaltars befinden sich die Heiligen Leonhard und Jakobus. Eine Madonna mit Kind, ebenfalls vom gotischen Hochaltar steht an der nördlichen Langhauswand. Ein weiterer interessanter Punkt der Ausstattung befindet sich in einer der südlichen Kapellen: Hier steht ein dreisitziger Chorstuhl mit überaus reich geschnitzten Wangen, der dem um 1450 tätigen Meister Petrus Pistator zugeschrieben wird. Er zählt zu den frühesten intarsierten Arbeiten nördlich der Alpen.

Als eine Besonderheit der Kirche gilt auch das bekannte „Goldfenster“, dessen Scheiben nur aus goldgelben und blauen Gläsern bestehen. Gestiftet wurde diese Kostbarkeit von Erzbischof Johann II (1431 –1442).

Das Fenster mit der Apostelmühle stellt eine symbolische Vermittlung des Wortes Gottes dar und wurde 1434 von Konrad Heltzler gestiftet. Ein weiterer wertvoller Kunstschatz ist die 86 cm hohe vergoldete Silbermonstranz. Die Statue unterhalb des Hostienträgers stellt den Schutzheiligen dar. Am Leonhardsberg steht zudem die sogenannte ´Saukapelle´, eine gotische Wegkapelle von 1430.

Zur Restaurierung der Wallfahrtskirche

Seit fast 600 Jahren lädt die Wallfahrtskirche St. Leonhard wie ein Fingerzeig zum Himmel zum Gebet ein. Unzähligen Menschen ist diese Kirche zu einem wertvollen Kraftplatz geworden. Ich glaube, dass alle Gedanken, Tränen und Gebete, die hierher getragen worden sind, und der Segen, der von hier ausgegangen ist, den eigentlichen Reichtum dieses Gnadenortes ausmachen.

Sichtbare Zeichen des Wertes von St. Leonhard sind das schöne Bauwerk und die Kunstschätze, die aus den Gaben der Gläubigen hier zusammengetragen worden sind. All das Schöne aber, das uns überliefert wurde, bedeutet auch eine große Verantwortung. Es ist an uns zu erhalten, was unsere Vorfahren aufgebaut haben.

Vor ungefähr hundert Jahren wurden die letzten großen Renovierungsmaßnahmen an der 600 Jahre alten Wallfahrtskirche St. Leonhard vorgenommen. Seither ist immer wieder am Schindeldach und an einzelnen Kunstwerken gearbeitet worden. Im vergangenen Jahrzehnt ist nun wieder eine grundlegende Renovierung des ehrwürdigen und großartigen Gotteshauses in Angriff genommen worden.

Die Kosten der Gesamtrenovierung wurden auf 8,5 Millionen Euro geschätzt. Ca. 40% davon sind als Subvention der öffentlichen Hand (Bundesdenkmalamt, Land Salzburg, Marktgemeinde Tamsweg) und der Erzdiözese Salzburg zugesagt worden. Damit sowie mit unzähligen kleinen und großen Spenden konnte in den vergangenen Jahren die Außenrenovierung mit einem Aufwand von 4,5 Millionen Euro bewältigt und fast vollständig finanziert werden.

Mit Ihrer Spende können nach dem letzten Lückenschluss in der Finanzierung die ersten Schritte hin zur dringend notwendigen Innenrenovierung gemacht werden.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende mit, diese einmalige Kirche für die kommenden Generationen zu bewahren, damit auch in Zukunft viele Menschen nach St. Leonhard finden und Gnade und Segen erfahren.

Dechant Dr. Markus Danner, Tamsweg

Spendenkonto

IBAN: AT74 3506 3000 0005 0948,
BIC: RVSAAT2S063,
lautend auf „Treuhandkonto Bundesdenkmalamt, Treuhänder Raiffeisenbank Tamsweg“.

Verwendungszweck:
„Spende an das Bundesdenkmalamt, vorgeschlagen für die Restaurierung der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Tamsweg“.

Die Dummel – Orgel in der Walfahrtskirche St Leonhard in Tamsweg

Die Orgel wurde in den Jahren 1838 und 1839 vom Salzburger Orgelbauer Johann Dummel erbaut. Sie wurde immer wieder umgebaut und unterschiedlichen Geschmacksströmungen angepasst. Dadurch hat sich die Orgel immer weiter vom ursprünglichen Klang entfernt.
Zwischen 2005 und 2007 wurde das Instrument von der im obersteirischen Triebendorf ansässigen Firma Walter Vonbank Orgelbau gründlich restauriert.
Die historische Balganlage mit 3 Keilbälgen wurde Rekonstruiert und mit einer elektronisch gesteuerten Schöpfeinrichtung ausgestattet. Das Register Gamba 8’wurde, den Original-Bohrungen und Anhängungen entsprechend, aus Holz rekonstruiert.

Manual: 56 Töne
Principal 8’ Zinn
Gamba 8’ Holz
Gedeckt 8’ Holz
Octav 4’ Zinn
Dolce 4’ Zinn
Flöte 4’ Holz
Quint 3’ Zinn
Octav 2’ Zinn
Mixtur 4 fach Holz

Pedal: 18 Töne
Subbass 16’ Holz offen
Oktavbaß 8’ Holz offen
Violonbaß 8’ Holz offen

Stimmtonhöhe 448 Hz .
Stimmung nach Neidhard 1729 für eine Stadt.


Förderer der Dummel-Orgel: Rotary Club Lungau